Der Taschencomputer – DIY-PC to go – Teil 1


Seid Ihr auch manchmal frustriert, dass mobile Devices nicht die Rechenleistung eines richtigen PCs haben? Ich habe ein Tablet gebaut, das einem echten PC in nichts nachsteht – weil es einer ist. Der eigentliche PC ist nämlich unter dem Tisch versteckt, er ist fest in einer Umhängetasche eingebaut. Und das vermeintlich Tablet ist in Wahrheit ein Touchscreen-Monitor.

Fest in der Tasche eingebaut sind ein Mini-ITX-Motherboard, eine Grafikkarte und ein Netzteil. Über ein Kabel hängt daran ein tragbarer Touchscreen-Monitor mit Full-HD-Auflösung. Der passt auch noch in die Tasche, genauso wie die kleine Bluetooth-Tastatur mit Trackpad und die Maus.

Im Gegensatz zu einem Laptop habe ich keine Batterie in der Tasche – noch nicht – aber der Computer läuft auch am Zigarrettenanzünder im Auto. Und zuhause kann ich natürlich auch einen großen Monitor anschließen und sogar beide Monitore zusammen benutzen.

Übrigens ist der Taschencomputer sehr leise, denn er kommt mit zwei Lüftern aus. Der Prozessorlüfter und die Grafikkarte saugen die Luft direkt von draußen an, die dann nach oben und durch das Netzteil wieder abgegeben wird.

Ich habe lange nach einer passenden Tasche gesucht. Die hier habe ich schließlich auf ebay gekauft. Diese Teile sollen eingebaut werden: Ein Mini-ITX-Motherboard mit Intel Core I5 6500-Prozessor und einem sehr leisen und flachen Lüfter von Noctua sowie 16 GB Ram. Eine MSI Radeon RX 560 Aero Grafikkarte mit 4GB Video-Ram. Weil die beiden Teile nebeneinander montiert werden sollen, brauche ich noch ein PCIE-Riser-Kabel von 20cm Länge. Außerdem ein 12V-Netzteil, das hier hat 350 Watt, und ein M2-ATX Netzteil, das aus einer Eingangsspannung von 6 bis 24V alle Spannungen erzeugt, die die Komponenten benötigen. Das habe ich übrigens im Nachhinein noch getauscht, aber dazu später mehr.

Ich habe mir im Baumarkt ein Stück Sperrholz auf die Innenmaße der Tasche zusägen lassen. Da müssen jetzt die Komponenten drauf zurechtgepuzzlet werden. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Kabel ja auch Platz brauchen. So passt es.

Eine Fetplatte brauchen wir ja auch noch. Ich habe mich für eine SSD entschieden. Die würde im Prinzip noch neben das Netzteil passen. Nur die Kabel ragen dann zu weit raus.

Aber das Plastikgehäuse ist ja eigentlich nur dazu da, dass die SSD das 2,5“ Standardmaß hat. Also nehme ich meinen Mut zusammen und breche das Gehäuse auf. Das geht sogar recht einfach, und die eigentliche SSD ist nicht mal halb so groß.

Das passt jetzt locker. Allallerdings habe ich etwas Angst um das gute Stück, also habe ich mir ein Gehäuse konstruiert und gedruckt, in dem die SSD festgeklipst wird und das ich dann auf die Grundplatte schrauben kann. Die Dateien gibt es wie immer auf Fluxing.de

Ich habe mir außerdem einen Haufen Befestigungsteile gedruckt.Zunächst mal habe ich provisorisch die Schrauben durch das Motherboard gesteckt, um damit die Position der Befestigungsteile zu ermitteln. Die habe ich dann mit Bleistift angezeichnet.

Dann habe ich mir Zwei-Komponenten-Kleber angerührt und die Teile angeklebt. Für die Grafikkarte habe ich Teile gedruckt, in denen die Platine einrastet. Auch das wird festgeklebt. Weil mir die Teile immer wieder weggewandert sind, habe ich sie zusätzlich mit Heißkleber fixiert. Dann habe ich die Bohrlöcher angezeichnet und gebohrt. Auf der Rückseite habe ich mit einem größeren Bohrer Vertiefungen für die Schraubenköpfe gemacht, denn ich möchte ja eine glatte Oberfläche behalten.

Dann werden die diversen Teile auf die Grundplatte geschraubt. Die Schrauben stecken sehr tief in den ganzen Teilen. Daher habe ich drei Muttern in die Nuss gelegt und die Platte auf die Seite gestellt, damit ich die Muttern auf die Schrauben bekomme.

Ich stecke die diversen Kabel ein. Die IO-Blende hätte ich besser gleich mit eingebaut, im Nachhinein ist es etwas kompliziert.

Und damit Ende ich für heute, die Fortsetzung folgt nächste Woche.

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